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Besuch in der Bärenhöhle

Seit Mai stehen drei kleine Buddy Bären ganz in schwarz und blau am Potsdamer Platz. Entstanden sind sie im Atelier von Andrej Bitter.

Der Potsdamer Platz hat eine neue Fotoattraktion: drei Bärenfiguren. Vor dem Stage Bluemax Theater recken sie ihre blauen Tatzen nach oben und sehen mit ihren blauen Köpfen und den großen weißen Augen aus wie die Mitglieder der Blue Man Group, die im Theater hinter ihnen die Bühne rocken. Dieses Bärentrio wurde erst im Mai 2013 enthüllt. Doch schon lange sind Buddy Bären aus dem Straßenbild Berlins nicht mehrwegzudenken.

Es gibt sie im Groß- wie Kleinformat, als Tänzer mit ausgestreckten Armen, als Akrobaten im Kopfstand oder als ganz normale Bären, die auf vier Pfoten stehen. Jede Statue ist individuell bemalt, nicht selten lässt der Look Rückschlüsse auf den Sponsor zu – so wie im Falle der blauen Bären vor dem Stage Bluemax Theater. Wer wissen will, wo das Bärentrio der Blue Man Group entstanden ist, muss den Aufzug nehmen. Die Geburtshöhle der Drei liegt nämlich ziemlich weit oben, genauer gesagt im fünften Stock eines Industriegebäudes in Berlin-Marienfelde. Dort befindet sich das Atelier des Künstlers und Designers Andrej Bitter. Er hat schon einige der Bärenfiguren, die in Berlin zu sehen sind, gestaltet. In einer Ecke stehen aufgereiht die hohlen Figuren aus glasfaserverstärktem Kunststoff, noch unbearbeitet; ihre Persönlichkeit, den individuellen Anstrich erhalten sie von Andrej Bitter. Der 61-Jährige verwandelt die Figuren in ein Gesamtkunstwerk. Er lässt filigrane Zeichnungen, Muster und Symbole auf gewölbten Bärenbäuchen entstehen, malt den Tieren Anzüge oder Sandalen. Für einen Wellnessbetrieb hat Bitter einen weißen Rohling in eine Bärendame mit Zehensandalen verwandelt, sie trägt ein Badehandtuch um die Hüfte und spitzt anmutig ihre Lippen. Sein Shiva Bär reckt sechs anstatt zwei Arme in die Luft. Für die Buddy Bär Quadriga im Neuen Kranzler Eck am Kurfürstendamm hat Bitter sogar eigenhändig Räder gedrechselt. Auch die Blue Man Group hatte Sonderwünsche: Die kleinen Bären sollten ursprünglich keine Ohren haben, so wie ihre Vorbilder, die Bühnenfiguren. Also sägte Bitter sie ab. Später wurde die Entscheidung allerdings revidiert. „Zum Glück habe ich die Ohren aufgehoben“, sagt Bitter. Dem Künstler gingen dann noch prominente Helfer zur Hand: Die drei Blauen kamen höchstpersönlich in Bitters Studio, um beim Bemalen und Einpacken der Bären zu helfen. „Alles ist möglich“, sagt Bitter, der das kehlige Deutsch der Exilrussen spricht, mit langgezogenen Vokalen und „ch“ anstatt „h“. Bitter hat lange als Künstler und Juwelier in der ehemaligen Sowjetunion gearbeitet, im Auftrag von Städten und Kommunen Wandmosaiken entworfen.

1996 siedelte er wie viele andere Russlanddeutsche mit seiner Familie nach Berlin um. Seine Eltern haben noch die ganze Härte der stalinistischen Verfolgung miterlebt, er selbst kam in einem Arbeitslager in der sibirischen Taiga zur Welt. Sein Vater musste Holzkohle im Wald brennen, erzählt er, „dort habe ich als Kind oft echte Bären gesehen“. Die Geschichte des russischen Künstlers und der Bärenplastiken beginnt mit einer Zeitungsanzeige im Jahr 2001. Für eine Kunstaktion im öffentlichen Raum wurden Künstler gesucht. Der Unternehmer Klaus Herlitz und seine Frau Eva wollten in Berlin ein Street-Art-Projekt mit Tierplastiken installieren, nach Züricher und New Yorker Vorbild. Dort bevölkerten bereits Kuhfiguren die Straßen. Bitter bewarb sich mit einem Entwurf und überzeugte. Seitdem ist Andrej Bitter so etwas wie der Haus- und Hofmaler der Buddy Bär GmbH. Wenn Unternehmen oder Privatpersonen einen Bären kaufen und ihnen kein Künstler zur Verfügung steht, der ihn gestaltet, dann kommt Bitter ins Spiel.

Die Kunstaktion von damals hat sich längst zu einem dauerhaften Charityprojekt entwickelt. Rund 1.400 Bären stehen vor Botschaften, Schulen, Unternehmen oder an anderen exponierten Orten in der ganzen Welt. Mit dem Verkaufserlös der Skulpturen unterstützt die Buddy Bär GmbH Kinderhilfsorganisationen. Rund zwei Millionen Euro konnten so bisher eingesammelt werden. Bitter gestaltet aber nicht nur neue Bärenfiguren, er hübscht auch diejenigen wieder auf, deren Patina gelitten hat. Das sind nicht selten die Figuren aus der Wanderausstellung United Buddy Bears, einem weiteren Projekt der Familie Herlitz. Seit vielen Jahren reist diese Bärenparade von Kontinent zu Kontinent. Nach Stationen in Paris und St. Petersburg geht es Anfang nächsten Jahres nach Südamerika. Jeder Bär symbolisiert ein Land der Vereinten Nationen und wurde von einem einheimischen Künstler gestaltet – unter der Aufsicht von Andrej Bitter. In seinem Atelier hat der Künstler eine Air-Brush-Kabine mit einem speziellen Filter gebaut. Dort kann er die Buddy Bären besprühen, durch die Karton-Glas-Watte-Konstruktion an den Wänden dringt kein Farbtröpfchen nach außen.

Darauf ist er stolz, genauso wie auf seine eigene Kunst: riesige abstrakte Farbkompositionen, die aus einzelnen Quadraten bestehen; dank eines speziellen Montagesystems kann man sie immer wieder neu zusammensetzen. Einen eigenen Buddy Bären besitzt Bitter übrigens auch. Er steht auf einem Spielplatz, und wenn Bitter will, dann lässt er seinen Bären auch mal auf dem Kopf stehen – mithilfe eines flexiblen Befestigungselements, das er selbst entworfen hat. Hier geht´s zum Artikel

 
 

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