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Geht der erste BER-Flug nach Beirut?

Es gibt sie doch noch, die großen Luftfahrt-Premieren in Berlin. Am Montagmorgen hat die Lufthansa den neuen Marken-Auftritt ihrer Billigtochter Germanwings in der deutschen Hauptstadt gestartet. Doch weil der neue Hauptstadtflughafen BER noch immer nicht eröffnet ist, hob der frisch umlackierte Germanwings-Airbus am alten Airport Tegel zu seinem Erstflug ab.

Wer jedoch als erster am BER starten wird, diese Frage ist weiter offen. Noch vor einem Jahr gab es um diese prestigeträchtige Aufgabe ein Gerangel zwischen Lufthansa und Air Berlin. Am Ende einigten sich die beiden größten deutschen Fluggesellschaften darauf, gleichzeitig in Schönefeld an den Start zu gehen: Die Lufthansa mit einem Airbus A380 in Richtung Frankfurt, Air Berlin mit ihrem Langstrecken-Jet A330 zu einem Rundflug über Deutschland. Doch nach dem Desaster bei der ursprünglich für den 3. Juni 2012 geplanten BER-Inbetriebnahme und der inzwischen viermaligen Verschiebung, scheint sich kaum eine Airline um die Erstflug-Ehre zu reißen. Im Gegenteil: Flughafen-Chef Hartmut Mehdorn geht in der Branche geradezu hausieren, um für die BER-Teileröffnung einen Interessenten zu finden. Wie berichtet, plant Mehdorn, am neuen Terminal noch in diesem Jahr den weitgehend fertiggestellten Nordpier in Betrieb zu nehmen. An dem Gebäudeteil sollen mit 20 bis 30 Flügen und etwa 3000 Passagieren am Tag wichtige Abläufe am neuen Flughafen erprobt werden. Die Flughafengesellschaft verhandelt darüber mit den Billig-Fluggesellschaften EasyJet und Norwegian sowie mit dem deutschen Ferienflieger Condor, die allesamt schon jetzt vom alten Schönefeld-Airport starten. Deren Interesse an einer Teil-Eröffnung hält sich offenbar in Grenzen. Neuester Kandidat für die erste Stufe der geplanten BER-Inbetriebnahme ist laut Mehdorn die Germania. Die Airline, die mit Charterflügen für Reiseveranstalter ihr Geld verdient, steuert von Berlin-Tegel aus im Linienverkehr aktuell nur fünf Ziele an. Der BER-Eröffnungsflug könnte demnach ins ungarische Debrecen oder die libanesische Hauptstadt Beirut führen. Doch bisher ist weiter unklar, ob es überhaupt zu einer solchen Teil-Eröffnung kommt. Einen Zeitungsbericht, wonach der erste Flieger am 15. Dezember 2013 am BER abheben soll, bestätigte Mehdorn nicht. "Da ist noch nichts beschlossen. Ob das im Dezember, im Januar oder früher passieren wird, ist völlig offen", sagte Mehdorn am Montag. Es sei aber eine reizvolle Idee, vor dem Umzug der großen Airlines am BER möglichst viel zu testen. "Aber: Es muss gehen und wir müssen es können", sagte Mehdorn. Denn ganz so simpel wie es auf den ersten Blick erscheint, ist auch eine Teil-Eröffnung des BER nicht. Denn sollte der neue Flughafen tatsächlich noch in diesem Jahr teilweise in Betrieb gehen, müssten die Flugzeuge von der nördlichen Bahn aus starten und landen. Diese gehört zum alten Flughafen Schönefeld und ist dort bereits jetzt in Betrieb.

Ursprünglich soll Mehdorn erwogen haben, dann schon die neu gebaute Südbahn zu nutzen. Doch dafür gibt es noch keine Betriebsgenehmigung. Einen Antrag dafür hat die Flughafengesellschaft vor Kurzem gestellt, doch der Genehmigungsprozess könnte sich bis zu zwölf Monate hinziehen. Selbst Mehdorn geht davon aus, dass die Südbahn frühestens im Sommer nächsten Jahres betriebsbereit ist. Mehrkosten entstehen bei einer BER-Teileröffnung auch, weil die Flughäfen in Schönefeld und Tegel in Betrieb blieben. Das Nebeneinander erhöht den Personalaufwand und Technik-Einsatz, ohne dass mehr Geld reinkommt. Im Flughafen-Aufsichtsrat sind folglich nicht alle Mitglieder von Mehdorns Plänen überzeugt. Sie haben den Flughafenchef aufgefordert, bis zur nächsten Sitzung eine sogenannte Wirtschaftlichkeitsrechnung aufzustellen. Bild

 
 

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