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Pressespiegel

Kartutscho - Der guatemaltekische Buddy-Bär

Ich habe mich sehr gefreut, dass die Botschaft von Guatemala, die in ihren Räumlichkeiten ohnehin eine Einzelausstellung meiner Bilder vorbereitete, mich auch fragte, ob ich als gebürtige Guatemaltekin ihren Buddy-Bär gestalten wollte. Am Rosenmontag letzten Jahres wurde der knapp zwei Meter hohe, nur mit einer weißen Grundierung versehene Bär in unsere Wohnung gebracht. Meine Tochter stellte mir ihr Zimmer als „Atelier“ zur Verfügung. Ich hatte zwar mehrere Ideen, wie ich ihn gestalten wollte; aber dann entdeckte ich auf der Webseite der guatemaltekischen Botschaft das Bild einer jungen Indianerin, die von wundervollen Callablüten – in Guatemala „Cartuchos“ genannt – umgeben war. Callas sind meine Lieblingsblumen. Indianische Frauen, in bunte Trachten gekleidet, sammeln sie am Rande von Bächen und Teichen und verkaufen sie auf den Märkten der Hauptstadt. Kartutscho, so nannten wir nun den Bären, sollte mit seinem indianischen Gürtel, mit seinen Kindsaugen und schüchternem Lächeln, so bezeichnend für die Freundlichkeit der Menschen Guatemalas, selbst ein Blumenstrauß werden: ein Strauß der schönsten Blumen für die Welt. Acht Wochen lang arbeitete ich an Kartutschos Gestaltung. Jede Blüte ist einzeln und unter Berücksichtigung der Nachbarblüten entstanden. Meine Absicht war, dass die Blüten durch die Stellung der Stempel quasi miteinander kommunizieren. Die Linien, die die Blüten formen, sind kalligraphische Einzelstriche, in einem einzigen Zug gemalt. Da Acrylfarbe schnell trocknet, habe ich großen Spaß daran gehabt, während der Pinselführung zu sehen, wo die Farbe „von selber“ aufhört und wo sie „von selber“ wieder beginnt, ganz wie bei dem Effekt „feibai“– „fliegendes Weiß“ – der chinesischen spontanen Malerei, in deren Tradition ich meine ersten Schritte als Künstlerin machte, seitdem wir in Peking Anfang der 80er-Jahre auf Posten waren. Im Sommer stand Kartutscho zusammen mit über hundert weiteren „Geschwistern“ am Bebelplatz in Berlin. Anfang September ging er auf Reisen; sein erstes Ziel war Wien. Danach schließen sich Israel, Moskau, Ägypten, Argentinien und schließlich Peking (zu den Olympischen Spielen 2008) als weitere Stationen an. MAYRA FERNÁNDEZ DE SCHÄFER, Berlin Anmerkung der Redaktion: Die Buddy-Bär-Ausstellung ist eine Wanderausstellung. Die Bären repräsentieren die Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen und werben für Frieden, Freundschaft, Toleranz und Völkerverständigung. Mehr als 140 Künstler, jeder aus einem anderen Land, gestalteten jeweils einen Buddy-Bären, der ihr Heimatland repräsentiert. Die unterschiedlichen Stilrichtungen von Künstlern aus aller Welt verbinden sich durch die Aufstellung der Bären im Kreis zu einem einzigartigen Gesamtkunstwerk. Am Ende der Welttournee und zwischendurch werden Bären zu Gunsten von UNICEF und anderen Kinderhilfsorganisationen in der Welt versteigert. Callas sind ihre Lieblingsblumen.

 
 

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