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Pressespiegel

Berliner feiern die Ökumene

Der Berliner Stand ist in der "Halle der Bistümer" dank mannshohem Buddy Bär sofort erkennbar. Vor sieben Jahren wurde der dicke Bär beim ersten ökumenischen Kirchentag in Berlin mit Fotos von Besuchern beklebt und wurde so auch zum Wappentier der Ökumene.

Jetzt in München ist er auch zu einer Art Wiedererkennungsmerkmal geworden. "Vorhin waren Jugendliche hier, die haben ihr Bild vom letzten Mal wiedergefunden auf dem Bären", sagt Wolfgang Klose (46), der mit zwanzig ehrenamtlichen Helfern - plus Bär - nach Bayern gereist ist, um die Ökumene der Hauptstadt zu vertreten.

Auch für den Münchner Kirchentag hat Berlin eine kreative Aktion vorbereitet. Zwei Schülerinnen der Neuköllner St.-Marien-Schule haben ein "Triptychon der Hoffnung" im Kunstkurs vorbereitet. Ein Bild aus drei Tafeln, an die jeder getreu dem Motto "Damit ihr Hoffnung habt" eigene Bilder heften soll. "Das ist toll, man kommt dadurch sofort mit den Leuten ins Gespräch", sagt Klose. Am Morgen waren sogar palästinensische Christen da und haben mit den Berlinern über ihre Hoffnungen für ihr Land gesprochen. Und so füllt sich das Triptychon bereits am ersten Tag langsam.

Die Halle ist voll, draußen regnet es, und die Kirchentagsbesucher bummeln gern im Trockenen zwischen den Ständen hindurch. Das Erzbistum präsentiert sich ganz ökumenisch zusammen mit der evangelischen Kirche Berlin. "Wir pflegen seit vielen, vielen Jahren enge Zusammenarbeit", sagt Klose, der Vorsitzender des Diözesanrats der Katholiken ist - "sozusagen oberster Laie". Auf regionaler Ebene habe die Ökumene häufig mehr Schwung als ganz oben, findet Klose. Der Kirchentag sei wichtig, um das zu zeigen - und um zu demonstrieren, dass Kirche sich lohne und Spaß mache, auch in Zeiten, in denen Skandale sie erschüttern.

"Wir brauchen offene Gespräche, ehrliche Debatten und gemeinsame Aktionen, um die Menschen wieder zu erreichen", sagt Klose. Aber nicht nur auf die Außenwirkung komme es an. "Das Gemeinschaftsgefühl unter den Christen hier ist ganz wichtig, wir benötigen es, um Kraft für unsere Arbeit in den Gemeinden zu schöpfen."

Gemeinsam zu feiern steht auch im Olympiapark im Vordergrund, wo Helmut Jansen (38) das Bühnenprogramm im "Zentrum Jugend" mitorganisiert. "Hier spricht man nicht nur über Ökumene, hier wird sie gelebt", sagt Jansen. Am Nachmittag spielt eine Münchner Ska-Band und lockt trotz Nieselwetter Scharen von Jugendlichen an, während der Pastoralreferent der katholischen Jugendkirche Berlin hinter der Bühne die Crew betreut.

"Die Missbrauchsfälle werden viel in den Workshops und auf den Podien diskutiert. Aber keiner will, dass dieses Thema alles hier überschattet", sagt er. Die Stimmung sei deshalb erstaunlich gut. "Hier geht es darum, gemeinsam Glauben zu leben und das auch zu zeigen."

Christina Brüning
Printausgabe am 14.05.2010, Seite 3

 
 

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