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Tänzerin auf dem Bauch

Ein Künstler aus Myanmar gestaltet den 148. Buddy-Bären

Wo, bitte, ist Myanmar zu finden? Mancher geografiekundige Berliner vermisste einen Repräsentanten aus diesem südasiatischen Land, als im vergangenen Sommer die Buddy-Bären auf dem August-Bebel-Platz ihre Tatzen in den Himmel reckten. Jetzt arbeitet ein Maler aus Myanmar das Defizit auf. Im Spandauer Buddy-Atelier pinselt Lu Htun schwarzen Lack auf einen gelben Dickbauch. Der 42-Jährige gestaltet den 148. Akteur jener Schar bunter Bären, die als Berliner Botschafter der Völkerverständigung durch die Welt reisen.

Den Anstoß gab eine Zufallsbegegnung. Thin Hlaing, eine junge Frau aus Myanmar, besichtigte die Bärenrunde auf dem Bebelplatz. Sie traf dort den Buddy-Bären-Manager Klaus Herlitz und fragte ihn, warum ihr Land nicht vertreten sei. Herlitz konnte nur bedauernd die Schultern zucken. Und von Schwierigkeiten sprechen, mit der Kulturszene eines Landes ins Gespräch kommen, wo mehr Generäle als Zivilisten in der Regierung sitzen. Doch als ihm Thin Hlaing sagte, ihr Mann sei Maler, ergriff Herlitz die Gelegenheit beim Schopf: "Dann soll er nach Berlin kommen."

Und damit nahm die Buddy-Bären-Geschichte ihren Lauf. Darin spielt eine reisefreudige Kreuzberger Familie eine wichtige Rolle. Bernd Seifert, seine Frau Rosemarie und Tochter Alexandra hatten auf einer Reise in das Land der Pagoden am Golf von Bengalen die fließend Japanisch, aber noch unvollkommen Deutsch sprechende Dolmetscherin Thin Hlaing kennengelernt und ihr den Sprachlehrgang beim Goethe-Institut in Berlin vermittelt. Nun übernahmen sie auch das Management für ihren Mann Lu Htun. Die Seiferts bürgten bei der Ausländerbehörde für den Maler und sorgten für die Erledigung der Formalitäten vor Ort. Schließlich gab der Maler seine Entwürfe einem Reisenden ins Handgepäck. Bei der Buddy Bär GmbH Berlin war man entzückt. Die Lufthansa sponserte den Künstler-Flug nach Berlin. Jetzt verwandelt Lu Htun den Plastik-Rohling, den man ihm bereitgestellt hat, in einen Kulturbotschafter: mit einem friedvollen Buddha auf der Stirn, einer erotischen Ramajana-Tänzerin auf dem Bauch und mit kraftstrotzenden Löwen auf den Oberschenkeln.

"Vielleicht", so hofft der Mann aus Myanmar, "kann ich so zu einer besseren Wahrnehmung meines südostasiatischen Heimatlandes beitragen, das hier immer noch besser bekannt ist unter der alten kolonialen Schreibweise Burma." Auch Bärenführer Herlitz hat einen Wunsch. "Der 148. Buddy-Bär soll nicht der letzte sein in der Runde. Vielleicht haben wir eines Tages alle Länder der Welt komplett."

Vernissage des Künstlers Lu Htun am Sonnabend von 14 bis 17 Uhr im Max- Delbrück-Centrum in Buch, Robert-Rössle-Straße 10.

 
 

© 2020 Buddy Bär Berlin GmbH
Eine Initiative von Eva und Dr. Klaus Herlitz

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