Klassisch und staatstragend wurde am Montag das "Deutschlandjahr in Japan" durch Bundespräsident Horst Köhler und den japanischen Kronprinzen Naruhito eröffnet. Die beiden durchschnitten im Tokioter Nationalmuseum das Band für die "Schätze der Berliner Museumsinsel". Dann traten im Einkaufs- und Unterhaltungskomplex Roppongi Hills die "United Buddy Bears" auf, gefolgt von japanischen Kickern, die für die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 warben. Daneben bediente die Stuttgarter Staatsoper mit einem Konzert den klassischen Geschmack der Japaner, bevor Horst Köhler auf einem Gala-Empfang sachgerecht ein Fass Reiswein aufmachte und am Abend im 51. Stockwerk des Mori-Turms eine Party mit Live-Musik, deutscher Mode und deutschen Weinen stieg.
Ein Feuerwerk aus Kultur, Sport, Politik, Wirtschaft und Mode soll Deutschland in mehr als 700 Veranstaltungen in der fernöstlichen Wirtschaftsmacht präsentieren. Hartnäckig hält sich dort das Vorurteil, die Deutschen seien "fleißig, langweilig, stur". Wie alarmierend tief der einst so gute Ruf Deutschlands gesunken ist, zeigen mehrere Studien. In der Liste der attraktivsten europäischen Länder, die Japans größte Werbeagentur ermittelte, landet Deutschland hinter Italien, Frankreich und Großbritannien auf Rang vier. "Junge Japaner bringen Deutschland weit weniger Sympathie entgegen als ältere; das gilt auch für den Investitionsstandort", hat die Gesellschaft für Wirtschaftsförderung Nordrhein-Westfalen festgestellt.
Mit der Imagekampagne wird kopiert, was Italiener und Franzosen erfolgreich vorexerzierten. Nach "Vive la France" 1999 stiegen die Exporte französischer Lebensmittel um 30 Prozent. "Bella Italia" erhöhte 2001 den Import italienischer Mode- und Lifestyleprodukte um fast ein Drittel. Auf ähnliche Wirkung hofft nun das deutsche Team mit dem Logo der roten Sonne mit schwarz-goldenen Streifen.