Auf den Straßen und Plätzen waren sie zur Freude von Berlinern und Touristen plötzlich da: Die Buddy Bären.
Vom ersten Tag an sorgten die bunten Bärenskulpturen für eine fröhliche Stimmung und wurden tagtäglich von unzähligen Kameras der Touristen aus aller Welt eingefangen. Mehr und mehr wurden die Buddy Bären zu weltweiten Botschaftern Berlins und sind mittlerweile auf jedem der fünf Kontinente anzutreffen. Die Beliebtheit der Bären brachte das Ehepaar Herlitz auf die Idee, die Buddy Bären für ein weltweit einmaliges Projekt zu Toleranz, Völkerverständigung und einem friedlichen Miteinander aller Nationen zu nutzen.
Unter dem Motto „Wir müssen uns besser kennen lernen, dann können wir uns besser verstehen, mehr vertrauen und besser zusammenleben." entstand der Kreis der „United Buddy Bears", der im Jahr 2002 und 2003 neben dem Brandenburger Tor in Berlin stand. Diese „United Buddy Bears" (je zwei Meter groß) stehen friedlich „Hand in Hand" und repräsentieren weit über 120 Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen.
Jeder Buddy Bär wurde individuell von einem Künstler für sein Heimatland gestaltet. Im heiteren Miteinander verbinden sich die unterschiedlichen Stilrichtungen der internationalen Künstler zu einem Gesamtkunstwerk, das Lebensfreude verbreitet. Durch die vielfältige, landestypische Gestaltung der Buddy Bären erlebt der Besucher eine Reise um den Erdball und erhält als Grundlage für mehr Verständnis viele Informationen über die einzelnen Länder.
Seit Anfang 2004 ist der Kreis der „United Buddy Bears" auf Welttournee: Nach Kitzbühel, Hongkong, Istanbul und Tokio wird er mit seiner völkerverbindenden Botschaft in Seoul und Sydney zu Gast sein. Ziel aller Buddy BärProjekte ist es nicht nur Denkanstöße zu geben, sondern auch aktiv zu helfen. So sind Buddy Bär-Aktivitäten und die Unterstützung von notleidenden Kindern von Anfang an zu einer unzertrennlichen Einheit geworden.
Durch Spenden und Versteigerungen von Buddy Bären sind bisher 1.072.000,-€ (Stand: August 2005) zugunsten von UNICEF und lokalen Kinderhilfsorganisationen zusammengekommen.
Buddy Bär-Anekdoten
Werden Bären aus dem Kreis der „United Buddy Bears" versteigert, müssen natürlich „neue" entstehen, damit die Anzahl der im Kreise vorhandenen Bären nicht reduziert wird. So wurde die kubanische Künstlerin Nancy Torres gefragt, ob sie bereit wäre, noch einmal einen Bären für ihr Heimatland zu malen, damit der derzeit im Kreis vorhandene Bär versteigert werden könne.
Wie sehr die Künstler mit dem Herzen dabei waren, den Bären für ihr HEIMATLAND zu gestalten, zeigt diese Geschichte der kubanischen Künstlerin: Nancy gehört zu den Künstlern, die gerne bereit sind, mit ihrer Arbeit dazu beizutragen, dass Kindern in Not geholfen werden kann und nahm so unseren Vorschlag an, jedoch unter einer Bedingung: Der erste Bär, den sie für Kuba gemalt habe, sollte auch weiter im Kreis bleiben und auf Welttournee gehen, denn sie habe (wie sie es ausdrückte) ihre ganze kubanische Seele in diesen Bären gesteckt. Sie erzählte, wie intensiv sie sich, als sie ausgewählt wurde, den Bären für Kuba zu gestalten, mit ihren kubanischen Wurzeln auseinandergesetzt hat und wie viel ihr deshalb diese Arbeit bedeutet. Da sich aber ausgerechnet dieser Bär bei den Besuchern des Kreises extremer Beliebtheit erfreute, hat Nancy dann als Versteigerungsobjekt eine „Kopie" ihres eigenen Bären geschaffen, der bei der Versteigerung die Rekordsumme von 12.000,-€ zugunsten von UNICEF einbrachte.
Jeder Künstler hat einen besonderen Buddy Bären gestaltet und über jeden ließe sich viel Interessantes berichten. Der kanadische Künstler Lore Schmidts schuf zum Beispiel den schwergewichtigsten Bären. Als Lore Schmidts erfuhr, dass er ausgewählt worden war, den Bären für Kanada zu gestalten, gab er eine Anzeige in einer kanadischen Zeitung auf, in der er in seinem Heimatland Mütter bat, ihm eine Sammeltasse für seinen Bärenauftrag in Berlin zuzusenden.
So reiste Lore Schmidts mit erheblichem Obergepäck mit dem Flugzeug aus Vancouver an, da viele kanadische Mütter seiner Aufforderung gefolgt waren. Für die Gestaltung des Bären schlug Lore nun in Berlin diese Sammeltassen ganz vorsichtig in Scherben, aus denen er dann ein Mosaik auf dem Bären fertigte als „Homage to Canada´s mothers", weil es nach seinen Worten in erster Linie den kanadischen Müttern zu verdanken sei, dass sich Kanada zu einer so erfolgreichen Nation entwickelt habe.
Sina Hirt