Sympathieträger im Kopfstand Seite 2

... Klaus und Eva Herlitz dann sachkundig über ähnliche Werbeideen und erfuhren, das nicht alles Großgetier die erwünschten Sympathie-Effekte auslöst. Die kanadischen Elche in Toronto erwiesen sich als Flop. Witziger waren da schon die Pinguine in Tel Aviv.

Der große Sprung zu internationaler Bekanntheit gelang Klaus und Eva Herlitz nach dem 11. September 2001, als sie vorschlugen, eine ganze Serie von Berliner Bären als Träger des Gedankens der Völkerverständigung von Künstlern aus aller Welt gestalten zu lassen. Die Resonanz war groß. Das Auswärtige Amt griff die Idee auf und lud die in Berlin akkreditierten Botschafter zu einem informativen Treffen ein. Unternehmen und Privatpersonen sponserten. Und ein Jahr später stand der erste Bärenkreis am Brandenburger Tor. Danach wurden 46 Bären zugunsten von UNICEF versteigert, mit einem Gesamterlös von 190.600 Euro.

Im Sommer 2003 wurde die Aktion wiederholt. Künstler aus mehr als 120 Ländern arbeiteten wochenlang im stillgelegten Teil der BVG-Straßenbahnhallen in Niederschönhausen. Wieder half die Solidarität aus Wirtschaftskreisen. Der Hotel- und Gaststättenverband Berlin sorgte für kostenlose Unterbringung der Künstler, die Lufthansa spendete Freiflugticketts.

Diesmal will man sich mit der Versteigerung zugunsten von UNICEF Zeit lassen. Die internationale Kollektion soll erst einmal als Gesamtkunstwerk auf Welttournee gehen. Shanghai und St. Moritz sind als Standorte vorgesehen und schließlich auch ein Platz am UNO-Hauptquartier in New York. Die Berliner Bären als Botschafter der Toleranz und des guten Willens für die ganze Welt. Sonderanfertigungen oder Rohlinge sind indessen käuflich zu haben. Eine Anwaltskanzlei kleidete ihren Bären schon mal in eine Robe. In Mecklenburg grüßt von einem Erdbeerhof ein Erdbär.

BÄREN-DIENST

Material

Geformt werden die Bären aus glasfaserverstärktem Kunststoff (GFK) von einer Firma, die Motor- und Segelboote herstellt.

Preise

Die große, etwa zwei Meter hohe Ausführung ist für 1.500 Euro zu haben, die kleinere, hüfthohe für 555 Euro, wobei zusätzlich eine Spende zu leisten ist. Ein handgemachter Minibär, 22 cm hoch und 1,1 kg schwer, kostet 49 Euro.

Gestaltung
Die Firma Buddy Bär Berlin GmbH vermittelt auf Wunsch Künstler, mit denen der Käufer das Honorar selbst aushandelt.

Sponsoring

Gastronomieunternehmen, Hotels, Autohäuser, Aktiengesellschaften, aber auch engagierte Privatpersonen treten in der Regel nicht nur als Käufer, sondern auch als Sponsoren auf.

E-Mail: info@buddy-baer.com

www.buddy-baer.com

Peter Jacobs