Peter Strieder ist zu allem bereit

Rummelberlin hat wieder was zu bieten: bald gibt es an jeder Straßenecke einen Bären und, was das Beste ist, die Bären sind Kunst. Etwa hundert bemalte Bärrohlinge sollen für ein Jahr in der westlichen und in der östlichen City herumstehen, an ihre Sponsoren aus der Welt der Wirtschaft und zugleich an die Freiheit der Kunst erinnern. Und weil man in Berlin gerne etwas übernimmt, das sich anderswo bewährt hat, ahmt die ,,Buddy Bär Show" Kuh-Ausstellungen aus Zürich und, na logo: New York nach. Weil nicht bloß Buddy Bär Show ist, sondern auch Wahlkampf, nutzte Stadtentwicklungssenator Peter Strieder die Gelegenheit zum Foto-Termin und bestieg einen, na logo: roten Bär. Bei der Betrachtung des Bildes mag sich bei manchem Mitgefühl einstellen, denn das Foto dokumentiert, daß für die politische Elite der Stadt nun wieder die Zeit begonnen hat, in welcher sie zu vielem bereit sein muß, was sich Ernst Reuter oder Konrad Adenauer nicht hätten zumuten lassen. Wenn der Bär schmutzig ist, kommt vielleicht Wolfgang Thierse und wäscht ihn.

wvb