Kerlchen helfen Kindern in Not

United Buddy Bears und Fernsehstars werben im Filmpark für Spenden

Da hat eine altmodische Regengottheit offenbar etwas falsch verstanden: Kaum, dass Kika-Moderator Tim Wilhelm am Sonnabend den Kreis aus 77 künstlerisch gestalteten "United Buddy Bears - The Minis" im Filmpark eröffnen wollte, klatschten auch schon schwere Tropfen auf Gäste, Prominente und die kleinen Kerlchen hernieder. Liebe Regengottheit, die kleinen farbenprächtigen Bären im Kreis haben ihre Arme nicht zum Himmel gehoben und bitten auch nicht um Regen!

Die etwa einen Meter hohen Bären, kleinen Kerle, die zuletzt am Kranzlereck in Berlin standen, sind nach Potsdam gekommen, um sich hier für drei Monate symbolisch die Hände zu reichen und bei Besuchern des Filmparks um Spenden für den Verein "Hand in Hand for Children" zu werben.

Nachdem sich am Sonnabend eine von vielen Wolken über dem Filmpark zur Genüge verausgabt hatte, enthüllten Schauspielerin Tina Ruland, Comedy-Star Ingo Oschmann und Jost Pieper aus der Fernsehserie "Hinter Gittern" einen zwei Meter hohen "Buddy Bear". Der große Bruder der 77 Minis soll im Oktober zugunsten des Vereins versteigert werden. "Wir haben den Bären in Drehpausen bemalt", erzählt Schauspieler Jost Pieper. Dabei herausgekommen ist ein Mischwesen: Zur Hälfte Gefängniswärter, zur anderen Hälfte Insasse.

1200 große Buddy-Bären gibt es mittlerweile weltweit, schätzt Klaus Herlitz, der gemeinsam mit seiner Frau Eva seit 2001 die Bären-Idee umsetzt. 2002 bemalten Künstler aus 120 Ländern die glasfaserverstärkten Rohlinge mit hitze- und lichtbeständiger Farbe. Neben dem Brandenburger Tor standen die Figuren zwei Jahre im Kreis. Zurzeit befinden sie sich auf Welttournee, auf dem Weg von Hongkong nach Shanghai. Gleichzeitig haben die Künstler auch die kleineren Brüder bemalt, die jetzt in Potsdam zu sehen sind. Die Bären sind nach den Anfangsbuchstaben ihrer Herkunftsländer geordnet, so kann das Alphabet seine ganze Kraft entfalten: Irak reicht Iran die Hand, das wiederum neben Israel steht, freut sich Herlitz. "Buddy" heißt so viel wie netter Kerl, Kumpel, erläutert er. Die vereinten gutmütigen Kerlchen stehen für Verständigung und Frieden. "Never again" - nie wieder dürfe sich ein Morden wie in Ruanda ereignen, sagt Daphrose Ndakoze, die dem Bären aus ihrem Land diese Botschaft über den kugeligen Bauch schrieb.

975 000 Euro haben die Bären mittlerweile an Spendengeldern für unterschiedliche wohltätige Initiativen eingeworben. Durch Sammelaktionen oder den Verkauf von Rohlingen. Schauspielerin Tina Ruland, die gemeinsam mit Tim Wilhelm und Kinderstars der "Schloss Einstein"-Serie die Buddys malte, hofft auf reichlich Spenden für den Verein, der Kindern in Not hilft - in Namibia und in Deutschland, wo er Kinder mit Krebserkrankungen unterstützt.

ROBERT RUDOLF