In der City sind die Bären los
Künstler bemalten Kunststofffiguren
Sie stehen schnuppernd auf allen vieren, vollführen anmutig einen Handstand oder erheben sich ruhig auf mächtigen Hintertatzen. Manche tragen ein Tablett mit Biergläsern auf dem Kopf, andere jonglieren geschickt mit schlanken Porzellanvasen. Und alle sind kunstvoll gestaltet: Im wilden Graffiti-Stil oder mit sanften Aquarellfarben bemalt, in spiegelndem Silber oder dunkelbraun wie das Vorbild - das Wappentier der Hauptstadt, der Berliner Bär.
Mehr als 100 Bären aus Kunststoff in den unterschiedlichsten Designs wurden am Mittwoch auf dem Wittenbergplatz und am Tauentzien der Öffentlichkeit präsentiert. Für die Dauer von voraussichtlich zwölf Monaten sollen die bunten Tiere überall in der Innenstadt Präsenz zeigen. Vierzig weitere Skulpturen werden heute und morgen auch auf dem Kurfürstendamm, in der Friedrichstraße und Unter den Linden in Mitte aufgestellt. Ergänzt wird die Bärenfamilie schließlich am 28. Juni durch 25 Figuren, die vor dem Café Kranzler Position beziehen.
Chicagoer Kühe als Vorbild
Die Aktion "Buddy-Bären" - zu deutsch Bären-Kumpel - geht auf eine Initiative des Buntstiftmagnaten Klaus Herlitz und seiner Frau Eva zurück. Nachdem in den letzten Jahren in Zürich, Chicago und New York lebensgroße und liebevoll bemalte Kuhfiguren das Stadtbild verschönerten, kam das Ehepaar auf den Gedanken, Ähnliches auch für die deutsche Hauptstadt zu versuchen. Mit Hilfe der "Partner für Berlin" und der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung gelang es, die Idee in die Tat umzusetzen. Zudem stellten die Berliner Verkehrsbetriebe den Bären-Künstlern stillgelegte Straßenbahndepots als Ateliers zur Verfügung. Schließlich sicherten neben vielen privaten Unternehmen auch Prominente wie Sabine Christiansen, Sandra Maischberger oder Günter Pfitzmann ihre finanzielle Unterstützung zu.
Am Ende wird versteigert
Die Bären-Rohlinge wurden von den Veranstaltern gestellt. Für die Bemalung wollten Eva und Klaus Herlitz möglichst viele Künstler einbeziehen. Bekannte wie auch unbekannte. So kamen nicht nur namhafte Maler wie Salomé oder Jim Avignon zum Zuge, sondern auch Studenten der "Hochschule der Künste" - oder die Schüler der Klasse 1d an der 4. Grundschule Charlottenburg. Sie haben einen quietschgelben Bären mit Tieren der Arche Noah bemalt.
Nach den Plänen der Veranstalter werden die "Kumpel-Bären" am Ende der Freiluft-Ausstellung versteigert. Der Erlös soll dann karitativen Einrichtungen zugute kommen.
von Felix Müller