"Die Bären-Idee kam meiner Frau, nachdem wir Kühe in der Schweiz und in New York gesehen hatten", so Klaus Herlitz. In Zürich verwandelten 1998 von Künstlern bemalte Rinder die Innenstadt in eine Weide. Danach zog die Herde um die Welt: von Chicago bis nach New York und über Salzburg auf die Expo in Hannover. Dann tauchten Elche in Toronto auf, fliegende Löwen in Venedig, Pinguine in Tel Aviv. Warum nicht Bären in Berlin?
Und dann passierte etwas Unvorhergesehenes: Plötzlich waren die Bären Kult. Der Berliner Senat kaufte einige und verteilte sie als Gastgeschenke - in Peking, Rom, Prag und Warschau. Berlins Traditionskaufhaus KaDeWe orderte mehrere Bären, Erlebnisgastronom Hans-Peter Wodarz kaufte neun Stück für sein Spiegelzelt Pomp, Duck and Circumstance. Sein Urteil: "Meine liebsten sind der Artistenbär und der Krankenschwesterbär in Strapsen." Und Bertelsmann-Verwaltungschefin Liz Mohn schmückte die Berliner Dependance des Unternehmens mit einem Petz.
Vor sechs Monaten vermehrten sich die 300 Bären um 125 Artgenossen von internationalem Format: Am Brandenburger Tor recken sie als United Buddy Bears die Tatzen, von bekannten Künstlern aus aller Welt gestaltet, u. a. als Freiheitsstatue, Pharao oder Aphrodite.
"Es ist faszinierend, wie die Künstler die Kultur ihrer Länder zum Ausdruck gebracht haben", sagt UNICEF-Botschafterin Sabine Christiansen. Auf dem Bären des Österreichers Arik Brauer schwappen z. B. blaue Donauwellen. Der Schweizer Andreas Jordi verlegte das Matterhorn auf einen Bärenbauch. Der Kongolese Bernard Veto Wa Veto verpasste seinem Tier afrikanische Ornamente.
Sponsoren dieser United Bears: UNESCO-Botschafterin Ute Ohoven, Quelle-Chefin Madeleine Schickedanz und Filmproduzentin Susanne Porsche.
Wie kommt man zu so einem Bären? 40 der neuen Bären werden am 5. November versteigert - für UNICEF. Und im Januar besteht eine weitere Chance: Dann wird der Rest der ersten 300 Bären verkauft - für Berliner Kinder (siehe Kasten links unten).
ALEXANDRA HAHN