Die Bären sind los

Bärenstarke Modeschau: Die ersten beiden Musterbären auf dem Catwalk Jetzt gehts los: Am gestrigen Bärenapéro sind sich Kaufinteressenten und Kunstschaffende näher gekommen. Zwei Musterbären wurden präsentiert, um zu zeigen, wie aus einem Rohling ein Prachtexemplar wird.

«Häsch scho en Bär kauft», wird Stefan Manser von der Manser-Molki gefragt. «No nöd, i muess zerscht luege.» Manser ist einer von fast 150, die gestern zum Bärenapéro ins Ekkehard gekommen sind. Urs Schneider zusammen mit seiner Frau Irma (vom Elektro-Fachgeschäft) sind da, Ueli Schneider (Inhaber Schuhhaus Schneider) oder Eveline Frischknecht (Juwelier Frischknecht) sind nur einige von ihnen. «Grundsätzlich ist das eine Superidee», erklären sie übereinstimmend. Wenn gesagt werde, das sei eine billige Kopie von den Berliner Bären-Buddys, so seien das allenfalls Unkenrufe von Leuten, die immer etwas zu meckern haben.

Gummibären und Bärendreck

Die Stimmung ist gut. Gleich neben dem Eingang liegen Säcklein, voll mit Gummibärchen («Goldbären», um genau zu sein), daneben Bärendreck. Es soll ein bärenstarker Anlass werden. Mit allem drum und dran. Eingeladen hat Walter Tobler, Präsident von Gastro St. Gallen, Födlebürger, Pächter des «Goldenen Leuen»/«Naz» und Initiant der Aktion «Sankt Gallen bärenstark». Er begrüsst die Bärenfreunde und -freundinnen. «Es ist super, dass ihr so zahlreich erschienen seid.» Dabei fange alles ja erst jetzt richtig an. Dann fasst er seine Überlegungen nochmals zusammen, die dazu geführt haben, St. Gallen zur Bärenhochburg zu machen. Wie Vereine, Organisationen, Gruppen und Privatpersonen eingeladen sind, eine Bärenskulptur zu erwerben und sie zu bemalen (vgl. Tagblatt vom 16.11.). Vom Verkaufspreis von 3999 Franken kommen 399 Franken dem «Schlupfhuus», der Notunterkunft für Kinder und Jugendliche des St. Galler Kinderspitals, zugut. Zwei Muster im Ekkehard-Saal zeigen, wie sie werden könnten: Ein «Tänzer», der von Marco Molinari für die Firma «Pro4S» in Gossau gestaltet wurde, ein «Freund» auf allen Vieren, der von Sabeth Holland im Auftrag des «Bären» in Häggenschwil kreiert wurde. Sie seien mustergültig, sagt Tobler. «Wir wollen keine religiösen oder politischen Bären.» Einfach schön sollen sie sein, Farbtupfer in der Stadt. Gestaltungsentwürfe sind einer Jury vorzulegen.

Grosses Interesse

Der Apéro ist gedacht, um Kontakte zu knüpfen zwischen Kunstschaffenden und Bäreninteressierten. Das scheint gelungen: Zehn weitere Bestellungen sind seit gestern Abend definitiv unterschrieben. Und er habe von vielen positiven Rückmeldungen gehört, sagt Tobler, der eben noch Interessierte gesucht hat - «am liebsten im Aussendienst» - die ihre Firmenautos mit Transparenten zieren. In der ganzen Region soll bekannt werden, dass «www.sanktgallen-baerenstark.ch» ist. Die Transparente waren im Nu weg. Jetzt bleibt Zeit bis Mitte Januar, die Verträge zu unterzeichnen. Bis Anfang Mai sind die Bären dann zu bemalen und zu dekorieren. Am 21. Mai 2005 ist Bärnissage auf dem Bärenplatz. Die Bewilligung zum Benutzen des öffentlichen Grundes liege seit gestern vor, sagt Tobler.

Martin Arnet