"Buddy Bären sind Kitsch": Kultursenator unter Druck

Wirbel um Brief von PDS-Politiker Thomas Flierl / Senatskanzlei distanziert sich / Scharfe Kritik aus der Tourismus-Branche

Berlin - Kultursenator Thomas Flierl (Linkspartei.PDS) gerät wegen seiner ablehnenden Haltung zu der Buddy-Bären-Präsentation auf dem Bebelplatz unter starken politischen Druck. Sowohl aus den Fraktionen des Abgeordnetenhauses als auch aus der Tourismusbranche kommt scharfe Kritik. Flierl hatte in einem Brief an das Bezirksamt Mitte gefordert, die Genehmigung für die Aufstellung der United Buddy Bears zurückzunehmen, und hatte die Bären als "banal" und "kitschig" bezeichnet.

Das Projekt der beiden Initiatoren Eva und Klaus Herlitz ist aber seit mehr als einem Jahr bekannt und wurde nach Rücksprache mit der Senatskanzlei vom Bezirksamt Mitte im April 2005 genehmigt. Senatssprecher Michael Donnermeyer, der von den Äußerungen des Kultursenators überrascht wurde, zeigte großes Unverständnis, daß es zuvor keine Anfrage von Flierl gab. Er sagte: "Ein Anruf in der Senatskanzlei wäre umsichtig gewesen. Die Worte hätte er vorsichtiger wählen können. Da schießt Flierl mit zu großem Kaliber auf eine gute Sache." Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit unterstütze grundsätzlich die Aktionen mit den Buddy Bären.

Hanns Peter Nerger, Chef der Berlin Tourismus Marketing GmbH (BTM), ist verwundert, daß Flierl eine solche Diskussion "ohne Not losgebrochen hat". Die meisten Berliner und auch die Touristen hätten sich schon lange mit den Buddy Bären angefreundet. "Es sind die tollsten Botschafter dieser Stadt in der Welt", sagte Nerger.

Der Kreis der 140 Bären, gestaltet von Künstlern aus 140 Ländern, soll zur Fußball-WM auf dem Bebelplatz für Völkerverständigung und Toleranz werben.