Promis hielten sich zurück - Trotzdem bringt Versteigerung 190 200 Euro
Ein halbes Jahr sorgten die United Buddy Bears auf dem Grundstück der US-Botschaft am Brandenburger Tor für gute Laune und Touristenandrang. Jetzt kamen 46 der handbemalten Kunstwerke im Museum für Kommunikation für Unicef unter den Hammer.
Kurz vor Schluss gab Julia Theurkauf noch mal alles. Ob denn nicht jemand spontan 10 000 Euro spenden möchte, fragte die Auktionatorin am Dienstagabend bei der Versteigerung des letzten der 46 Buddy-Bären im alten Postmuseum an der Leipziger Straße. Dann könnte doch noch ein Scheck von über 200 000 Euro für die vielen Waisenkinder im Süden Afrikas zusammenkommen, flehte Theurkauf geradezu. Doch vergebens.
Von den 400 geladenen Gästen und Exzellenzen waren kurz vor 23 Uhr nur noch gut 50 Schaulustige übrig geblieben. Keine Christiansen, kein Hallervorden, kein Bresser mehr da, der die Sache noch generös hätte rausreißen können. Die angekündigte Prominenz war lange gegangen oder gar nicht erst erschienen
Erstaunlich, dass schließlich doch stolze 190 200 Euro heraussprangen. Ganz normale Mitbürger waren es, die aus Überzeugung für den guten Zweck mitgesteigert haben und die meisten Bären über die magische 4000-Euro-Schwelle hievten. Nur für den Bären von Afghanistan mochten sich wenige begeistern; er ging für 2000 Euro weg. Selbst der von Schüssen durchsiebte jugoslawische Bär brachte 2500 Euro. Allerdings gab es auch in der Spitze keine Ausreißer: Mit 6200 Euro das beste Gebot erzielte der mit einem Porträt der Queen bemalte Bär des Vereinigten Königreichs. In München oder Hamburg hätten die meisten Bären wohl das Zwei- bis Dreifache eingespielt - allein schon wegen ihres künstlerischen Wertes. Das meinte auch eine Mitarbeiterin des Schraubenherstellers Würth, die gleich zwei Bären ersteigerte: den aus Nigeria für 4400 und den französischen für 6000 Euro.
Doch nicht alle Interessenten kamen zum Zuge. Klaus-Dieter Kantereit aus Rudow musste sich mit einem Mini-Bär begnügen, den er am Souvenirstand erwarb. Hoffnungsfroh hatte der Vertreter für Pharmaprodukte bei jedem Bären als Erster seine Auktionsnummer 106 gezückt, wurde aber jedes Mal überboten.«Mein Limit waren 1800 Euro» sagte er. Dabei hatte die Familie Geld beigesteuert, um Kantereit zur bevorstehenden Pensionierung einen launigen Bären für den Garten zu schenken. Nun will er einen Rohling erwerben und ihn mit den Enkeln selbst bemalen.
Peter Schubert