Er guckt schon ziemlich grimmig und zeigt Zähne. "Der dicke Schwarze da, das ist Deutschland." Berlin-Besucherin Carmen Dietrich aus Kiel weist einmal quer über den Platz, den russischen Bären, ein fröhlich bunt geflecktes Tier, im Rücken. Der Buddy Bären Kreis direkt am geschichtsträchtigen Brandenburger Tor, ein bunter internationaler Farbtupfer quasi als Bekenntnis für alles Gute.
123 Bären, von 123 internationalen Künstlern bemalt, stehen stellvertretend für 123 Länder der Vereinten Nationen. Sie werben für Toleranz und friedliches Zusammenleben. Warum dann gerade der deutsche Meister Petz so grimmig gucken muss, weiß Carmen Dietrich auch nicht.
Über mangelnden Besuch aus aller Welt kann sich die Bärenparade jedenfalls nicht beklagen. Gestern konnte seit Eröffnung der Ausstellung im Juli der millionste Bärenfan empfangen werden. 35 000 Besucher kamen allein am Tag der Deutschen Einheit. Für den Berliner Bären, der ebenfalls in der Runde fehlt, Grund genug, wieder ein Tänzchen zu wagen. Nicht nur, dass Berlin im Vergleich der deutschen Städte die meisten internationalen Gäste anzieht. Auch die Tourismusbranche erholt sich nach Auskunft der Berlin Tourismus Marketing GmbH Berlin (BTM) langsam wieder. Der 11. September 2001 und der Irak-Krieg Anfang des Jahres hatten insbesondere bei den Amerikanern, die das Gros der ausländischen Berlin-Besucher ausmachen, zu verändertem Reiseverhalten geführt. Nun aber könne von einer Trendwende gesprochen werden. Die BTM geht davon aus, dass der Rückgang der Besucherzahlen zum Jahresende gestoppt und bei den Übernachtungszahlen das Vorjahresniveau von elf Millionen wieder erreicht werden kann. Von Januar bis Juli lag die Zahl der Übernachtungen noch bei nur 6,3 Millionen, 0,3 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Die Zahl der Hotelgäste aber war mit 2,7 Mio. um 1,1 Prozent gestiegen. Der Herbst, traditionelle Saison für Städtereisen, soll es nun richten und die Zeichen stehen gut, sagt Natascha Kompatzki von BTM.
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