Benefizauktion zu Gunsten südafrikanischer Waisenkinder bringt 190 200 Euro zusammen
Kurz vor Schluss gab Auktionatorin Julia Theurkauf noch einmal alles: für Unicef. Ob denn nicht jemand spontan noch 10 000 Euro spenden möchte, fragte sie bei der Versteigerung des letzten von insgesamt 46 United Buddy Bears im Museum für Kommunikation an der Leipziger Straße. Sie hoffte kurz vor 23 Uhr, den Scheck für das Kinderhilfswerk doch noch auf mehr als 200 000 Euro für die Waisenkinder im Süden Afrikas erhöhen zu können.
400 geladene Gäste, Exzellenzen und Schaulustige waren am Dienstagabend zu der Benefizauktion gekommen, darunter die Moderatoren Sabine Christiansen und Klaus Bresser. Nach fast dreistündigem Bietergefecht kamen immerhin stolze 190 200 Euro für das internationale Kinderhilfswerk Unicef zusammen.
Ein halbes Jahr standen die 125 bunten Bären als Botschafter ihrer Länder auf dem Grundstück der US-Botschaft am Brandenburger Tor und sorgten insbesondere bei Berlin-Besuchern für Begeisterung. Eva Herlitz hatte die Idee zu der Bärenparade. Mehr als eine Million Menschen pilgerten im Sommer zum Pariser Platz, um die Demonstration des Goodwills zu erleben. Zu ihnen gehörte auch Unicef-Botschafter Sir Peter Ustinov.
Derlei Symphatisanten ersteigerten dann am Dienstag im alten Postmuseum auch die meisten Bären-Kunstwerke für den guten Zweck und hievten die einzelnen Gebote locker über die 3000-Euro-Schwelle. Nur für den Bär von Afghanistan mochten sich zunächst wenige begeistern - er kam für nur 2000 Euro unter den Hammer. Selbst der von Schüssen durchsiebte jugoslawische Bär brachte noch 2500 Euro. Allerdings gab es auch in der Spitze keine Ausreißer: Mit 6200 Euro das beste Gebot erzielte der von Jonathan Petch mit einem Queen-Porträt bemalte Bär des Vereinigten Königreiches.
In München oder Hamburg hätten die meisten Bären sicher das Zwei- bis Dreifache eingespielt - allein schon wegen ihres künstlerischen Wertes. Das meinte auch eine Mitarbeiterin der süddeutschen Schraubenherstellers Würth, die gleich zwei Bären ersteigerte: den aus Nigeria für 4400 Euro und den französischen für 6000 Euro. Sie sollen in der Fabrik ausgestellt werden. Für den China-Bären hätte sie vermutlich noch mehr geboten, doch der wurde schnell für gerade mal 5200 Euro einem Chinesen zugeschlagen.
Doch längst nicht alle Interessenten kamen zum Zuge. Klaus-Dleter Kantereit aus Rudow musste sich mit einem Mini-Bären begnügen, den er beim Rausgehen am Souvenirstand der Buddy Bär Berlin GmbH erwarb. Ganz konsequent und hoffnungsfroh hatte der Vertreter für Pharmaprodukte bei jedem Bären als Erster seine Auktionsnummer 106 gezückt, wurde jedoch jedes Mal überboten. "Mein Limit lag bei 1800 Euro", sagte Kantereit ein wenig enttäuscht. Seine ganze Familie hatte schließlich für die Benefizauktion zusammengelegt. Nun will er für 1523 Euro plus Mehrwertsteuer "einen Rohling erwerben - und ihn mit seinen Enkelkindern selbst bemalen".
Peter Schubert