Bären verbreiten Lebensfreude

Wie reagieren Passanten auf die Bären-Invasion? Die Stadtredaktion ist auf die Strasse gegangen und hat - fast - nur positive Reaktionen gefunden. Mélanie Rietmann hat sich gestern umgehört. Fotografiert hat Ralph Ribi.

Kurt Jud, 69, Rentner

Ich habe jeden der 74 Bären an seinem Standort besucht und bin begeistert über diese originelle Aktion. Die Bären sind auch optimal platziert. Mir gefällt die Idee, eine Stadt mit Farben zu beleben. Am besten gefällt mir das Appenzeller Modell. Ich frage mich höchstens, warum nicht mehr solche Aktivitäten organisiert werden. Und warum man nicht etwas macht, an dem sich ältere Menschen beteiligen können. Noura Salame, 4 Sie sind einfach schön, diese Bären. Ich hätte gerne einen davon zu Hause. Das ist aber nicht möglich. Daher werde ich einen dieser Bären abzeichnen. Genau so bunt und so schön, wie er jetzt vor mir steht. Yasmine Giger, 17 Schülerin Ich finde, dass diese Bären nicht in die Stadt passen. Ich bin zwar noch jung, aber ich schätze trotzdem die schöne alte Bausubstanz der Stadt St. Gallen. Sie wird durch diese überall herumstehenden bunten Bären eindeutig beeinträchtigt. Das ist doch sehr schade.

Sandy Jutz, 34

Einfach toll, was die St. Galler in diesem Sommer zustande brachten. Es braucht manchmal einfach die Initiative eines Einzelnen, damit vieles in Bewegung gesetzt werden kann. Es ist eine Freude, den Leuten zuzuschauen, die vor den Bären stehen bleiben und sich freuen. Was mir besonders auffällt: Am längsten Verweilen kleine Kinder vor den bunten Kunstwerken.

Mohamed Gaouac, 66 Reitlehrer

Ich freue mich über jeden Bären, den ich auf dem Stadtbummel entdecke. Was mich vor allem fesselt, ist diese Vielfalt, wie so viele Künstlerinnen und Künstler mit dem gleichen Thema verschieden umgegangen sind. Aber ich habe auch eine ganz persönliche Beziehung zu solchen Aktivitäten. Wir haben einmal beschlossen, als Figuren aus der Welt der Cartoons aufzutreten. Ich verwandelte mich in Mickymaus. Sie glauben gar nicht, wie sehr diese Nummer Menschen Freude gemacht hat, die es schätzen, wenn nicht immer alles so daherkommt, wie man es sich gewohnt ist.

Gianluca Bernet, 22 in Ausbildung

Mir gefallen alle Bären, aber ich hätte gerne noch ein Exemplar darunter gehabt, das in den Stadtfarben bemalt gewesen wäre. Oder in den Farben des FC St. Gallen. Das soll jetzt aber gar keine Kritik an der Aktion an sich sein. Vielleicht gibt es die beiden von mir gewünschten Bären ja sogar und ich habe sie einfach noch nicht entdeckt.

Anette Neidth, 66 Touristin

Ich finde, dass die St. Gallerinnen und St. Galler mit dieser Aktion tatsächlich etwas sehr Spezielles aufgegleist haben. Wer einen solch bunten Bären nur schon von weitem im Stadtbild entdeckt, wird fröhlich gestimmt. Und dann ist allein das Beobachten der verschiedensten Menschen schon amüsant, wenn sie an einem der originellen Kunstwerke vorbeikommen, anhalten, es von oben bis unten und von vorne nach hinten lange und ausgiebig bestaunen. Regula Schildknecht, 49 Hausfrau Mich fasziniert vor allem die Vielfalt dieser überall in der Innenstadt stehenden Bären. Allen ist etwas gemeinsam: Sie strahlen Lebensfreude aus. Das ist es, was der Stadt St. Gallen gut tut: Eine positive Grundeinstellung, auch wenn es einmal regnet und der Himmel düster verhangen ist. Diese Bären verkünden immer Fröhlichkeit, egal, wie das Wetter gerade ist. Patrick Naef, 27

WK-Soldat

Sie sind zwar schön, diese Bären in St. Gallen. Aber die Teddies in der Stadt Zürich gefallen mir halt einfach noch viel besser. Aber dieses Urteil dürfen die St. Gallerinnen und St. Galler jetzt überhaupt nicht persönlich nehmen. Ich bin halt ein Zürcher und mein Herz schlägt für alles, was von der Limmat kommt. Allerdings: Wenn ich die St. Galler Bären jetzt länger betrachte, werden sie doch auch immer schöner und schöner.

Hanspeter Maier, 52 Elektromonteur

Grundsätzlich finde ich, dass die Bären-Invasion sympathisch ist. Anderseits frage ich mich, wieso es in dieser doch etwas konservativen Stadt nicht mehr Menschen gibt, die etwas wagen, das unkonventionell ist. Vielleicht ist das jetzt ja ein Anfang? Cyrill Dick, 25 Student Sie sind einfach schön, die Bären. Ich freue mich über jeden, an dem ich vorbeikomme. Hoffentlich bleiben sie noch lange dort, wo sie jetzt stehen. Und hoffentlich gibt es bald noch mehr von diesen drolligen Tieren in der Stadt.

Astrid Nakhostin, 46 Tourismusfachfrau

Wir haben nur positive Echos auf die Bären und überlegen uns, ob wir nicht einen «Bären-Rundgang» organisieren wollen. Das Interesse ist dermassen gross. Aber wie gesagt: Wir sind erst am Nachdenken über diese Idee.