Künstler: Johanna Koch

* 1959

Atelier: Gebäude 5879, 55126 Mainz-Layenhof

Telefon: 06131/ 46 71 96 + 06132/ 65 77 72

Künstlerische Entwicklung:

Seit 1985 Auseinandersetzung mit Expressionismus und Kunsttherapie

Seit 1995 Mitglied im Berufsverband Bildender Künstler Rheinland-

Pfalz

Seit 1997 Mitglied im Essenheimer Kunstverein

Ausstellungen:

seit 1988 u.a. in Mainz, Eltville, Frankfurt/Main,

Wetzlar, Essenheim, Stadt Zwingenberg

 

2002 - Botschaft der arabischen Republik Ägypten-Berlin

- Verein für arabische Kunst und Kultur

Heidelberg

 

Interpretation

Ich habe mich in die künstlerische Darstellung des alten Ägypten vertieft und entdeckt:

Wenn der Bär annähernd in eine Tiergottheit verwandelt werden kann, in eine Erhabenheit, die sich möglicherweise an „Sachmet“, der Löwenköpfigen Heilerin und Kämpferin anlehnt, dann bin ich froh.

Im langwierigen Prozess entschied ich mich dafür, die Farbe Gold gezielt einzusetzen und entlehne typische Merkmale der Totenmaske von Tutanchamun: das Wesen erhält ein goldenes Gesicht, heilige Augen, die über Diesseits und Jenseits hinausblicken, sowie eine kostbare Kopfbedeckung.

Nachdem der Bär nun sein wahres Gesicht gezeigt hat, ist der weitere Weg klar: Auf dem Bauch thront die Göttin Nut, auf dem Zeichen für Gold kniend, diejenige, die allabendlich die Sonne verschluckt, um sie am Morgen wieder freizugeben.

Die fehlenden Tatzen des Bärenrohlings werden in Säulenelemente verwandelt, umsäumt von heiligen Ach-Zeichen, mit dem die Gottheit dem Pharao Leben einhauchte.

Inspiriert von Gräberbemalungen entscheide ich mich, die „Schenkelsäulen“ der Erscheinung nach in Abteilungen zu untergliedern.

Auf den „Wadensäulen“ entstehen zwei Friese aus hintereinandergehenden Stieren, wobei die Stiere der beiden Beine aufeinander zugehen, sich begegnen. Damit beziehe ich mich auf die Verehrung des heiligen Stieres, speziell in den frühen Dynastien. Auf den Schenkeln sind Tänzerinnen zu sehen, die der Gottheit Ehre erweisen.

Die Gestaltung des Rückens der Skulptur wird gelöst durch das Anbringen einer Schrifttafel mit Hieroglyphen. Diese Hieroglyphen haben einen Sinn. Es handelt sich dabei um eine Aussage des Pharao Ptahhotep, welche lautet:

„Man kann die Grenzen der Kunst nicht erreichen und kein Künstler ist im Besitz der Vollkommenheit“.

Wirkliche Völkerverständigung ist eine Kunst.

In der gegenwärtigen weltpolitischen Situation sind die Grenzen einer gerechten Verständigung, insbesondere durch das Nord-Süd-Gefälle, bislang nicht erreicht. Die Globalisierung zwingt uns alltäglich und unausweichlich in eine fast unsichtbare und unbemerkbare Uniformierung, die wir eigentlich permanent überprüfen müssen, wenn wir bei uns selbst und in einem guten Sinne bei dem anderen bleiben wollen.

Dafür lohnt es sich zu kämpfen, um uns so der Heilung des Miteinander in der ganzen Welt anzunähern.

Die Kunst ist dabei, einen guten Weg dafür zu finden – und kein Mensch, kein Land, keine Regierung ist auf diesem Weg im Besitz der Vollkommenheit.

Erst die Auseinandersetzung mit dem Fremden bringt uns wirklich zu uns selbst und dann schließlich wieder zum anderen.

Oder, Martin Buber zitierend: „Das Es wird erst durchs Du zum Ich.“

 

Johanna Koch

 

Sponsor: Botschaft der Arabischen Republik Ägypten