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24.04.2004 / Presse

Ein Ankerplatz für schwimmende Hotels

Der neue Terminal für Kreuzfahrtschiffe in Spandau gehört noch zu den Ausnahmen

SPANDAU. Der Weg von Bord der "Katharina von Bora" in die deutsche Hauptstadt führt zunächst auf eine Wiese. Ein Buddy-Bär steht dort, bunt bemalt mit einem Spandauer Wappen und Ansichten aus der Altstadt. Es gibt Mülltonnen, einen Tank für Diesel, eine Abwasser-Entsorgungsstation. Und es gibt viel Platz für Taxis und Busse, mit denen die Passagiere des Fünf-Sterne-Kreuzfahrtschiffes abgeholt werden zur Sightseeing-Tour durch Berlin. Die "Katharina von Bora" macht Zwischenstation auf ihrem Weg von Breslau nach Potsdam. Terminal hat Ingo Gersbeck die neue Station am Spandauer Burgwall genannt. Die Anlegestelle war vorher nur eine einfache Bunkerstation zum Auftanken für Schiffe. Jetzt können dort Flusskreuzfahrtschiffe vor Anker gehen.

Ingo Gersbeck, der dem Wirtschaftsverband Wassersport und dem Reederverband der Berliner Personenschifffahrt vorsteht, sieht im Wassertourismus große Chancen. 1998 wurde er von einer Schweizer Reederei gefragt, wo man denn in Berlin mit einem Kreuzfahrtschiff festmachen könne. Wegen dieser und weiterer Anfragen eröffnete Gersbeck ein Jahr später die Bunkerstation, an der fortan Schiffe anlegten - zunächst an einem verwilderten Ufer. Inzwischen hat der Bezirk das Areal vom Dreck befreit und Rasen gesät. Baustadtrat Carsten-Michael Röding (CDU) spricht von einer öffentlich zugänglichen Promenade, die dort entstehen soll mit Sitzbänken und Schildern, die den Weg in die Altstadt weisen.

Der Terminal ist Teil des bezirklichen Tourismuskonzepts - ein Plan, mehr Berlin-Besucher in den Bezirk zu holen. Auch in anderen Bezirken wären solche Anlegestellen für Kreuzfahrtschiffe angebracht. Denn Reedereien finden in Berlin kaum Orte, wo sie für einige Tage mit ihren großen Schiffen festmachen dürfen. Damit vergebe sich Berlin wirtschaftliche Chancen, sagt Ingo Gersbeck. Denn an Bord solcher schwimmenden Hotels seien vor allem ältere, sehr zahlungswillige Menschen. Die Kreuzfahrtschiffe brauchen aber an Land bestimmte bauliche Voraussetzungen. "Reisebusse müssen am Ufer halten können, es muss die Entsorgung des Abwassers und Müll gewährleistet werden", sagt Gersbeck. Anlegestellen in der City gibt es bis auf eine kleine Stelle an der Weidendammer Brücke in Mitte keine. Nur am Tegeler See und im Westhafen ist das Anlegen großer Schiffe und deren Versorgung möglich.

"Terminals in der Innenstadt wären der Renner schlechthin", sagt Mike Kaus, der Leiter des Schifffahrtsbüros vom Wasser- und Schifffahrtsamt. Vor allem Kreuzfahrtschiffe aus Frankreich, Ungarn oder Polen nähmen Kurs auf die Hauptstadt und würden gern in der Innenstadt festmachen. In der Stadt könnte es gut und gern noch drei oder vier weitere Anlegestellen geben. Anfragen von Reedereien gebe es reichlich, sagt Kaus.

Ein neuer Terminal soll am Schiffbauerdamm gebaut werden, sagt Mittes Tiefbauamtsleiter Harald Büttner. Gemeinsam mit dem Schifffahrtsamt und der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung wird der Anleger für schwimmende Hotels konzipiert. Viel Geld kostet die Sache nicht. Büttner rechnet mit maximal 25 000 Euro nutzen. "Wir alle wollen diesen Anleger", sagt Büttner. Und: "Ich bin überzeugt davon, dass der Anleger gut genutzt wird." Der Tiefbauamtsleiter hofft, dass der Terminal möglichst schnell, spätestens aber im nächsten Jahr gebaut werden kann. Zumindest seien die Gespräche zwischen dem Bezirk und den Senatsbehörden, die mehr als anderthalb Jahr dauerten, beendet. Jetzt sollen die Fördermittel beantragt werden.

Marcel Gäding

Автор: Berliner Zeitung