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16.07.2001 / Presse

Meister Petz kommt bunt daher

Evangelische Schule in Frohnau beteiligt sich an der Bären-Aktion

Die bunten Bären die derzeit Berlin bevölkern, erobern die Herzen. Lange dauert es nicht mehr und der Bezirk Reinickendorf besitzt auch einen. Die evangelische Schule in Frohnau ist seit Anfang Juni mit der Gestaltung eines der Tiere beauftragt. Sponsor der 3300 Mark teuren Attraktion ist die Firma Borsig. Anforderungen oder Firmenwünsche gab es keine. «Wir wollen nicht unser Firmenlogo verewigt haben. Da dachten wir an die Gestaltung durch eine Schule», erklärt Gerhard Schultz, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit bei Borsig.

Das Ergebnis der Kunst-Arbeitsgemeinschaft, bestehend aus sechs Schülerinnen der zehnten und elften Klasse, kann sich sehen lassen. Der ursprünglich weiße, aus Leinen mit Gipsglasur überzogene Gigant leuchtet nun in bunten Farben. «Ungefähr dreißig Stunden waren wir bisher beschäftigt», sagt Helena Fischer, eine der begabten Künstlerinnen. Die Arbeitschritte waren umfangreich. Zuerst gab es Kopien des Bären, jede gestaltete ihn am Papier nach eigenen Vorstellungen. Danach sollte ein Gesamtkonzept erarbeitet werden.

Wolfgang Prem, zuständiger Lehrer der Kunstarbeitsgemeinschaft scherzt: «Um alle Ideen einfließen zu lassen, hätten wir mehrere Bären benötigt.» Der Lehrer wollte keine reale Darstellung. So einigte man sich auf abstrakte Malerei. Als störend wurden die erhobenen Pfoten befunden. «Die waren einfach zu leer», beschwert sich Wolfgang Prem. Anfangs gab es die Idee, dem «BoBären», abgeleitet vom Namen des Sponsors Borsig, eine Weltkugel in die Pfoten zu drücken. Das wäre mit noch mehr Arbeit verbunden - am Ende wurden es dann zwei Bälle.

Der Bär wiegt 50, der Sockel noch mal knapp 200 Kilogramm. Aus dem Grund gab es auch kurzfristige Probleme: Die Skulptur kann nicht einfach weggetragen werden und wurde eines schönen Sonntags vom Regen überrascht. Noch nicht trockene Farben wurden verwischt. Derzeit bekommt der Bär den letzte Schliff. Verändert wird aber nach wie vor. Der Kreativität soll bis zum Schluss freien Lauf gelassen werden.

Für ihre Mühen bekommen die Schülerinnen eine kleine Belohnung: «Wir würden uns über Material für die Kunst Arbeitsgemeinschaft wünschen», sind sich die Schülerinnen einstimmig einig. Von Herbst an ist die Nummer 203, wie von der Initiatorfirma «Buddy-Baer» liebevoll genannt, vor dem Rathaus in Reinickendorf zu bewundern. Dann ist auch der Bär, den Bürgermeisterin Marlis Wanjura (CDU) gestaltet, fertig. Die beiden Exemplare sollen später für einen guten Zweck versteigert werden. «Vielleicht für neue Spielgeräte in einer Kita» wie Gerhard Schultz glaubt. «Näheres weiß ich aber nicht, darüber macht sich Frau Wanjura Gedanken.»

Fr

Autor: Berliner Morgenpost