Press
19.02.2010 / UBB, Presse
Auf der Suche nach Tiefgang
Jackie Chan hat schon 300 Berliner Buddy-Bären nach Hongkong gebracht. Und Dieter Kosslick denkt über einen Botanischen Garten nach.
Auf Stunts und Action will er keineswegs verzichten. Aber mit Mitte 50 verspürt Jackie Chan, humorvoller Großmeister des Kampfsports im Kino, doch zunehmend das Bedürfnis nach Tiefgang. Auf welche Szenen es ihm in dem Zusammenhang besonders ankommt, hebt er im persönlichen Gespräch über seinen Berlinale-Beitrag „Little Big Soldier“ extra noch mal hervor:
Wie er trotz brüllendem Hunger das schwangere Kaninchen, das er gerade gefangen hat, wieder laufen lässt. Und wie er dem Spatzenküken ein Nest baut. „Friede, Liebe und Umwelt werden immer wichtiger für mich.“
Seit den Dreharbeiten für „In 80 Tagen um die Welt“ ist er fasziniert von den Berliner Buddy Bären. Er hat über 300 Bären nach Hongkong gebracht. „Ich liebe sie wirklich sehr“, beteuert er immer wieder. Sie hätten ihm auch geholfen, 1,5 Millionen Dollar für Kinderhilfsprojekte zusammenzubekommen.
Die Verbindung von Komik à la Buster Keaton mit dem Kampfsport hat ihn im Westen populär gemacht. Seine Haltung zum Thema Freiheit wirkt dagegen provozierend. Freiheit sei sehr wichtig, sagt er, es dürfe nur nicht zu viel davon sein: „Dann werden die Menschen zu wild.“ Nach wie vor glaubt er, dass Kung Fu und die Kunst des kriegerischen Kämpfens die einzigen Wege sind, chinesische Kultur für den Westen interessant zu machen. [...]
(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 19.02.2010)
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