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21.04.08 / Presse

Bären-Parade in Stuttgart

Bären-Parade in Stuttgert
Ausstellung internationaler Künstler auf Schlossplatz

Stuttgart in einer Reihe mit den Metropolen dieser Welt: Nach Hongkong, Tokio und jüngst Jerusalem kommen 140 Buddy-Bären im Juli auf den Schlossplatz. Die bunten Exemplare sind von Künstlern aus ebenso vielen Ländern gestaltet. Die Finanzierung der Ausstellung übernehmen Sponsoren.

Seit 2002 befinden sie sich als Botschafter des Friedens auf Welttournee - die United Buddy Bears. Die Idee stamme von seiner Frau, sagt der Berliner Klaus Herlitz, Initiator der Bärenausstellung. "Wir müssen etwas für die Völkerverständigung und das friedliche Zusammenleben unternehmen", habe sie zu ihm gesagt. Gesagt, getan. Das Ehepaar entwickelte ein Konzept, wonach Künstler aus vielen Ländern Bären aus Kunststoff bemalen. Die bunten Buddy-Bären sollten in einem Kreis stehen. "Alle Menschen haben dieselben Rechte, auch wenn sie unterschiedlich sind", sagt Klaus Herlitz.

Dieses Konzept stellte das Ehepaar dem Auswärtigen Amt vor. Bei den Diplomaten stieß die Idee auf große Unterstützung. Ausländische Botschafter und Kulturattachés wurden verständigt. Und schließlich kamen vor sechs Jahren Künstler aus 120 Ländern, um die Bären in Berlin zu gestalten. Seither war die Ausstellung in elf Städten zu sehen. Bis auf Kitzbühel handelte es sich dabei ausschließlich um Metropolen, zum Beispiel Istanbul, Seoul oder Sydney.

Nun kommen die Bären nach Stuttgart. Von Juli an stehen die mittlerweile 140 Plastiktiere vier Wochen lang auf dem Schlossplatz. Am heutigen Montag trifft sich Herlitz mit dem Ersten Bürgermeister Michael Föll, um Einzelheiten zu klären. "Es geht noch darum, ein genaues Datum festzulegen oder zu klären, wer die Eröffnungsrede hält", sagt Herlitz. Aber dass die Ausstellung auf dem Schlossplatz zu sehen sein wird, steht fest. Dies bestätigt auch Föll. Zunächst habe es Finanzierungsprobleme gegeben. "Diese sind jetzt gelöst, es wird keine finanzielle Belastung für die Stadt geben", sagt Föll. Der für die Ausstellung notwendige sechsstellige Betrag werde von Sponsoren übernommen. Kostenlose Werbung für die Stadt, da freut sich der Bürgermeister: "Das ist ein großartiges Ereignis, das die Wahrnehmung unserer Stadt national wie international stärken wird."

Eine Fanmeile auf dem Schlossplatz während der gesamten Fußball-EM wurde unter anderem von der Stadtverwaltung mit der Begründung abgelehnt, man wolle die Innenstadt nicht die ganze Zeit verstopfen. Nun zieht die Bären-Ausstellung unmittelbar nach der EM die Massen an. Doch Angst vor Überfüllung hat Föll deshalb nicht: "Es kommen ja nicht Zehntausende auf einmal."

Zu verdanken hat Stuttgart den Auftritt der Bären vor allem Wolfgang Pfeiffer. Der Arzt aus Bietigheim-Bissingen ist der einzige Honorarkonsul von Bhutan in Deutschland. Deshalb wurde er von Herlitz kontaktiert, um ihm einen bhutanischen Künstler zu vermitteln. Diese Anfrage nutzte Pfeiffer für einen Vorschlag: "Diese Ausstellung müsste auch mal nach Stuttgart kommen." "Warum nicht?, entgegnete Herlitz, "Stuttgart ist eine wunderschöne Stadt.

Pfeiffer stellte daraufhin die Verbindung zu möglichen Sponsoren her und rührte für die Bären die Werbetrommel. Dass die Ausstellung nun tatsächlich in die Landeshaupstadt kommt, findet der Arzt "eine ganz fantastische Geschichte". Nach Stuttgart zieht die Bären-Karawane weiter, nach Buenos Aires und Peking.

Marko Belser

Source: Stuttgarter Nachrichten