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18.01.2002 / Presse

Der Künstler, der den Buddy Bären das Fell überzieht

BERLIN-KOLUMNE
Der Künstler, der den Buddy Bären das Fell überzieht

Immer, wenn ich durch Berlin fahre (und ich fahre oft durch Berlin...), habe ich meine helle Freude an den Bären. Immer dann, wenn ich nicht damit rechne, wenn ich in Gedanken ganz woanders bin, grinst mich einer von ihnen an. Oder macht einen Handstand! Oder zwinkert mir zu! Oder liegt auf dem Rücken und grunzt! Oder steht da stolz wie ein Zauberer in der Circusmanege! Und jedesmal frage ich mich: Wer hat diese Bären eigentlich angezogen, wer hat sie geschmückt, wer hat dieses Fell in eine bunte Farbenpracht verwandelt?

Wer ist der Vater all dieser Bären? Nun, wie ich mittlerweile weiß, gibt es mehrere Künstler, die mit Pinsel und Farbe die schneeweißen Rohlinge in wahre Schmuckstücke verwandeln! Einen der Bären-Maler habe ich kennen gelernt - Achim Burgdorf, Künstler mit blauen Augen und weißen Haaren, bester Freund von Showstar Angelika Milster. Vor einem Jahr ist Burgdorf aus Bielefeld nach Tiergarten gezogen. Schnell hat sich Burgdorf in Berlin etabliert, schnell wurde aus dem Westfalen ein Berliner Magier der Farben!

Die Bären sind neben seiner herkömmlichen Produktion so etwas wie sein liebstes Hobby! Vier Bären hat er bisher ein Gesicht gegeben. Der so genannte Zaubär, gesponsert vom Zaubertheater Igor Jedlin, steht am Kudamm vor dem Maison de France. Der Bärna DINer, unterstützt von DIN, dem Deutschen Institut für Normung, brüllt in der Budapester Str. 31. Burgdorfs neuestes Bären-Kind heißt Beuth-el-Bär. Ein Tanzbär, 1.90 Meter groß, bekommt sein Zuhause in der Burggrafenstraße.

Wo werden sie angehübscht, diese possierlichen Tierchen, die mittlerweile auf Millionen von Hobbyfotografen-Bildern um die Welt getapst sind? Dort, wo mal Straßenbahnen parkten - auf dem einstigen Straßenbahnbetriebshof Niederschönhausen in der Blankenfelder Straße. Ich war gestern da, habe Achim Burgdorf beobachtet, wie er liebevoll in einem der Ateliers den Bären-Pinsel führt, und ich kann nur eines sagen: Wenn ich Bär wäre, noch unangezogen, würde meine Bärenstimme laut brüllen: Achim, Mal! Mich! An!

reichelts

Source:  Berliner Kurier